Wohlfühlzeit / Nr.7 – Ich wecke meinen Garten auf!

Süsser SeeVor ein paar Tagen hat mir meine Freundin Jacqueline ein Foto mit den ersten Schneeglöckchen geschickt. Da war ich natürlich neugierig ob es bei uns im Garten, oder in der Umgebung auch schon ein paar Frühaufsteher zu entdecken gibt.

Himmelschlüsserl

Himmelschlüsserl

Tatsächlich bin ich fündig geworden. Zaghaft strecken sich erste Triebe von Narzissen und Krokus durch die nasskalte Erde. Auch zartgelbe Primeln und weiße Christrosen schieben sich ans Licht, trotz klirrend kalter Nächte. An Pfirsichbäumen, Ribiselsträuchern (Johannisbeeren) und Jostabeeren beginnen die Blüten in ihren zart braunen Hüllen anzuschwellen.
Trotzdem scheinen die Pflanzen noch sehr vorsichtig zu sein. Sie verhalten sich abwartend und zurückhaltend. Ist der Winter wirklich schon vorbei?

Ich frage mich, gibt es ein Ritual um die Natur aufzuwecken? Zum Glück gibt es Google.
Ein Herr Dr. Josef Heringer aus Laufen erzählt in seinem Vortrag Brauchtum im Garten: „So gibt es zum Beispiel das sogenannte „Baum aufwecken“. Dabei wird Anfang Januar ein Baum umarmt und gleichzeitig das Gedicht „Du Bam i mog und du trog – morgn is Heilig Drei König Tog. Schenk uns Epfe, Zwetschgn, Birn, dass se glei de Äst abbiagn“ aufgesagt. Danach verzehrt man genüsslich frisches Schmalzgebäck.“
Gut, gegen einen Krapfen hab ich auch nichts einzuwenden, fürs Baum aufwecken bin ich aber ehrlich gesagt schon etwas spät dran. Was hab ich noch gefunden?
Der Fasching mit seinen Bräuchen war ursprünglich dazu gedacht den Winter zu vertreiben und den Frühling willkommen zu heißen. Eines haben alle Rituale der 5. Jahreszeit gemeinsam. Lärm und Krach. Die Natur soll uns Menschen schließlich hören, und nicht weiterschlafen. Diese Idee gefällt mir!

Aufgewacht! Krach gemacht!

Schneeglöckchen

Schneeglöckchen

Damit sich alle Pflanzen in meinem Garten sicher sein können das der Frühling kommt, werde ich sie mit Pauken und Trompeten, oder etwas Ähnlichem, aufwecken.
Zur Auswahl hätte ich Topf und Kochlöffel, Holzklötze, und eine Blechdose gefüllt mit kleinen Steinchen. Mal sehen welche Gegenstände am lautesten sind.
Schließlich muss ich gehört werden bis in die obersten Äste der Apfelbäume. Bis in die Erdschichten in denen, warm verpackt, die Samen zum Keimen warten. Alle sollen neugierig ihre Köpfchen recken, die Glieder strecken, und wissen wollen was da los ist. Und ich kenne doch meinen Garten. Verpassen will der nichts, aber wirklich nichts.

Schluss mit Winter!

Lei Lei!

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