Forellenschluss – ein Salat mit Charakter!

Forellenschluss BlattSalat ist nicht gleich Salat!

Bei Salat denkt man sofort an die bekannte Supermarktware. Eisberg, Kraut- oder Butterhäuptel.
Dabei hat Salat so viel mehr zu bieten. Es lohnt sich in den Saatgutständern der Gärtnereien nach alten Sorten sowie verschiedensten Salat-Varianten zu suchen. Das Angebot ist mittlerweile sehr gut, und es macht wirklich Spass Neues auszuprobieren. Die tägliche Salatschüssel darf aufgepeppt werden! Selbst gezogener Salat vermittelt spannende Geschmackseindrücke, macht Salatessen zum wahren Genuss.

Forellenschluss Kopf

Forellenschluss Kopf

Der Forellenschluss

Mein Favorit, der Forellensalat, hat es mir ganz besonders angetan.
Was macht diesen Salat so besonders für mich:
1. Aussehen!
2. Geschmack!
3. Robustheit!

Salat wird im Allgemeinen in 4 Grundtypen eingeteilt.
Butterkopfsalate, Krachsalate, Binde- oder Römische Salate und Schnittsalate.

Der Forellenschluss gehört zu den Römischen (Romana) Salaten. Er hat lange gerippte Blätter, die aufrecht stehen und keine festen Köpfe bilden. Als Bindesalat werden sie auch bezeichnet, weil man die langen Blätter, wenn sie ausgewachsen sind, zusammenbinden kann. Die innen liegenden Blätter sind so gut geschützt und bilden ein feines, äußerst schmackhaftes Blatt aus. Die lockeren Herzen, mit den blass roten Flecken, laden direkt zum Hineinbeissen ein.

Und da wären wir auch schon beim Geschmack. Einen Geschmack oder Geruch zu beschreiben ist nicht einfach, da die Wahrnehmung von Mensch zu Mensch verschieden ist. Auf alle Fälle ist der Forellenschluss aber ein Salat, den ich gerne direkt am Feld nasche. Die zarten Blätter mir der knackigen Mittelrippe schmecken erfrischend, ganz leicht bitter. Man könnte sagen sie machen munter und wach. Ein besonderes Erlebnis ist, das das Blatt gleichzeitig zart schmelzend, und durch die Mittelrippe super knackig ist. Kein anderer Salat kann hier mithalten. Und weil Romanasalate so stabil sind, halten sie auch gehaltvollere Salatsaucen aus.

Forellenschluss Beet

Forellenschluss Beet

In Gedanken sehe ich den Forellenschluss mit Caesar-Dressing, aus Eigelb und Olivenöl, vor mir stehen. Die Sauce umhüllt dick glänzend die einzelnen Salatblätter. Wenn einem da nicht augenblicklich das Wasser im Mund zusammenläuft!

Einen großen Vorteil hat der Romanasalat gegenüber Butterkopf- und Krachsalaten im Sommer. Während die bekannten Arten bei zuviel Wärme schnell schossen, also in Blüte gehen, bleibt der Forellensalat, bzw. allgemein alle Sorten von Romanasalaten, im Sommer relativ lange blühfaul.

So sät man Forellensalat, oder Salat im Allgemeinen, richtig an:

  • Man wählt zwischen Direktsaat auf dem Beet, oder dem Vorziehen in der Aussaatschale.
  • Ich bevorzuge das Vorziehen in der Saatschale.
  • Die Aussaatschale mit Erde füllen, leicht andrücken, gut wässern.
  • Salatsamen auf der feuchten Erde verteilen, und nochmals mit einem Brettchen leicht andrücken.
  • Mit einer Sprühflasche die Samen noch einmal befeuchten.
  • Salat ist ein Lichtkeimer, und die Samen brauchen nach dem Aussäen nicht mit Erde bedeckt werden.
  • Vorsicht nur, das die Samen bis zum Keimen nicht austrocknen. Nicht in die direkte Sonne stellen. Bei über 22 Grad keimt Salat nicht gut, bzw. auch mal gar nicht.
  • Sobald das erste richtige Blatt erscheint, pikiere ich die kleinen Pflänzchen in Multitopfplatten, und lasse sie dort, bis sich der Wurzelballen gut entwickelt hat. Die Salatpflanzen sind nun etwa 10 cm groß.
  • Jetzt erst wird der junge Salat im Beet ausgepflanzt.
  • Vorteil: Die Schnecken fressen nicht schon die kleinen Keimlinge über Nacht weg! Und ich weiß dann nie, geht der Salat nicht auf, oder waren es eben die schleimigen, nachtaktiven Gartenbewohner.

Wenn nach dem Keimen die ersten gefleckten Blättchen zu sehen sind, geht mein Herz auf. Und überhaupt, so ein Beet mit heranwachsenden Forellenschluss ist einfach ein Traum.

Forellenschluss im Quickpot

Forellenschluss im Quickpot

Es würde mich sehr freuen, wenn der Forellenschluss wieder bekannter werden würde. Denn so ein Romanasalat ist ein echter Geheimtipp für Genießer.

Das wusste schon 1902 der Schreiber von Hampels Gartenbuch für Jedermann: „Sein Geschmack ist äußerst delikat, herzhaft und erfrischend; er vereinigt den Geschmack eines guten Kopfsalats und den der Winterendivie, und auch wenn er zum täglichen Gebrauch den Kopfsalat nicht ersetzt, so dient er doch zur Abwechslung, vorzugsweise aber für feine Diners. Wer den Römersalat richtig zubereitet gegessen hat, begehrt ihn sicherlich wieder.“

Von meiner Seite ist dem nichts mehr hinzuzufügen! Ist du auch so gerne Forellensalat? Wenn ja, mit welchem Dressing?

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17 Kommentare zu “Forellenschluss – ein Salat mit Charakter!
  1. Heidi Toelg sagt:

    Hallo Torsten 24.02.2018
    Habe den Forellenschluß voriges Jahr zufällig in einem Baumarkt als Jungpflanzen gekauft und bin begeistert. Er ist knackig und frich. Esse den Salat mit Essig/Öl Marinade und Kernöl.Hat sich selber ausgesäat und steht jetzt noch in meinem Hochbeet. Hoffe er übersteht die nächsten frostigen Tage. Möchte den Salat auch gerne einmal gedünstet machen. Hast Du vielleicht ein Rezept.Habe den Salat auch mit Gurken und Paradeisergemscht, ein stück Wurst hinein geschnitten. Schmeckt herrlich.Heidi

    • Susanne Schneider sagt:

      Liebe Heidi,
      den Forellensalat einfach in nicht all zu feine Streifen schneiden, etwas Olivenöl und Butter gemeinsam in der Pfanne erhitzen, Salat dazugeben und in 1-2 Minuten braten. Salzen und Pfeffern nach Geschmack. Eine tolle und ganz einfache Beilage zu Fisch und Fleisch, aber auch einfach abends zur Jause mit frischem Brot und etwas Frischkäse darunter. Die kalten Tage werden ihn draußen etwas zusammenfallen lassen, aber er treibt mit den ersten warmen Sonnenstrahlen wieder zuverlässig aus. Bei mir im Tunnel ist er zusätzlich mit einem Vlies abgedeckt und er steht fit und unverfroren da. GLG Susanne

  2. Almut Nökel sagt:

    Hallo liebe Leser,
    ich habe einige dieser Salatpflanzen im Mai auf dem Markt gekauft, obwohl der Verkäufer mir nicht sagen konnte was für eine Salatsorte es ist und wie ich ihn ernten kann, wie Schnitt- oder Pflücksalat oder als Kopf. Nun habe ich schon einige Male die äußeren Blätter geerntet und in Mischsalaten verwendet, da hat er uns auch gut geschmeckt und der bittere Geschmack hat dem Salat gut getan. Nun wird er aber bei jedem Schnitt bitterer und alleine möchten wir ihn gar nicht mehr essen, weil er so hart und so bitter ist. Ich werde es noch einmal gedünstet oder gebraten versuchen, doch wenn er dann immer noch so stark bitter ist, werde ich ihn nicht wieder anpflanzen.

    • Susanne Schneider sagt:

      Liebe Almut, ich ernte immer den ganzen Kopf auf einmal. Die äußeren großen Blätter schützen die kleinen, und so bleiben sie zart und schmecken auch nicht bitter. Entfernst du ständig die Außenblätter muss sich der Salat wieder vor Sonne und Wetter schützen und lagert Schicht für Schicht neue Bitterstoffe ein. Besser ist es immer wieder neue Pflanzen nachzusetzen um laufend frischen Salat zu ernten. Bei Bittersalaten hilft generell die Blätter kurz in heißem Wasser zu waschen, das schwemmt zuverlässig ein zuviel, der allerdings sehr gesunden, Bitterstoffe aus.

      • Lisa Reich sagt:

        Wunderbar, danke für den Kommentar, ich wußte auch nicht, wie ich den Forellenschluß ernten soll.
        Lg Lisa

        • Susanne Schneider sagt:

          Liebe Lisa,
          freut mich das dir meine Art den Salat zu ernten weiter hilft! Ich wünsche Dir viele schmackhafte Salaterlebnisse mit dem von mir, und meiner Familie, so geliebten Forellenschluss!
          LG Susanne

  3. Therese K. sagt:

    Hallo zusammen,
    ich habe diesen Salat Ende Juni als Zuckerhutpflanzen gekauft. Letzte Woche habe ich den Händler darauf angesprochen, ob es sein kann, dass der Salat zweifarbig ist. Er hat mir dann gesagt, dass es keine Zuckerhutpflanzen sind.Ich wäre schon die 2. Kundin, die ihm das sagt. Den Namen der Sorte konnte er mir nicht nennen. Nachdem ich nun im Internet recherchierte und hier auch gefunden habe, bin ich gespannt wie er schmeckt.

    • Susanne Schneider sagt:

      Liebe Therese, würde mich freuen wenn du uns berichtest wie dir der Forellenschluss geschmeckt hat! Für Zuckerhutpflanzen ist übrigens jetzt die Zeit um Mitte August perfekt zum Pflanzen.

  4. Irmgard Wirth sagt:

    Habe den Salat Forellenschluss nicht gekannt und habe heuer erstmals einige Pflanzen gesetzt. Waren ein Zufallsfund in einem Supermarkt“Hofer“. Nun kann ich ihn bereits ernten. Er schmeckt vorzüglich. Von bitter derzeit keine Spur.
    Werde ihn sicher wieder anpflanzen, wenn ich eine Gärtnerei finde, die die Pflänzchen führt.

    • Susanne Schneider sagt:

      Liebe Irmgard,

      wenn du genug Platz hast lass einfach einen Salat blühen und Samen ausreifen. Tipp: Anbinden,blühender Salat wird sehr groß :)! die Samen säen sich aus und du kannst die Jungpflanzen dahin umsetzen wo du sie haben möchtest. Das macht richtig Spass! Ansonsten gibts zum Glück immer öfter Forellenschluß in den Gärtnerein. Bitte nachfragen, damit die Gärtner auch wissen, was sich die Kunden wünschen.
      Liebe Grüße und viel Spass beim Garteln.
      Susanne

  5. Katharina Berger sagt:

    Ich habe heuer auch zum ersten Mal diesen Salat gepflanzt- ebenfalls vom Hofer Pflänzchen. Anfangs wusste ich nicht, was ich damit anfangen soll, weil sich keine Köpfe bildeten – nur lauter Blätter. Heute habe ich nun den ersten Salat geerntet und bin begeistert. Keine Läuse und keine Schnecken und überhaupt nicht bitter. Hoffentlich finde ich nochmals solche Pflänzchen.

    • Susanne Schneider sagt:

      Hallo liebe Katharina,
      freue mich sehr das auch du Geschmack am Forellenschluß gefunden hast. Wenn man den Salat blühen lässt, sät er sich bereitwillig aus und sorgt für Nachwuchs im Garten. Wahrscheinlich ist dein Vorrat schon längst aufgegessen, aber wenn du Lust hast selbst zu säen gibts bei Bellaflora Forellenschlußsamen von Reinsaat, oder im Herbst auch bei mir zu bestellen. LG und einen knackigen Sommer mit dem Forellensalat!
      LG Susanne

  6. Hermine Milchrahm sagt:

    Liebes Team l haben heute zum ersten Mal Forellenschuss salat gegessen hat allen sehr gut geschmeckt ,bitte probiert ihn einmal aus , ihr werdet nicht enttäuscht sein,werde mir in Zukunft Samen selber ziehen !Liebe Grüsse an alle Gartenfreunde!

    • Susanne Schneider sagt:

      Liebe Hermine, willkommen im Club der Forellenschluß-Freunde! 🙂 Herzliche Grüße aus Fürstenfeld, Susanne

  7. Strassmayr franz sagt:

    Haben heuer wieder den forellenschluss angesetzt leider ist er uns ausgewachsen im vorjahr war er optimal und sehr gut

    • Susanne Schneider sagt:

      Hallo Franz,
      mir sind dieses Jahr auch einige Salate ausgewachsen. Aber das lag wohl auch an dem raschen Wetterumschwung bei uns, von kaltem Mai auf heißen Juni. Trotzdem habe ich nicht alle Pflanzen ausgerissen, ein paar habe ich einfach abgeschnitten. Der Wurzelstock hat neu ausgetrieben. Für Salat wurden dann einfach die frischen Triebe geerntet. So konnte ich die Ernte vom Forellensalat im Sommer doch noch etwas verlängern.
      Mittlerweile stehen durch Selbstaussaat schon wieder die ersten Jungpflanzen am Beet. Wenn jetzt noch gesät wird, und der Herbst mild ist, geht sich locker noch eine Ernte vom Forellensschluss aus.
      LG aus Fürstenfeld, Susanne

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