Kren – scharfe Wurzel im Bauerngarten!

KrenstangeEs ist April geworden, und wie versprochen bekommt der Kren nun einen neuen Platz im Garten. Sein eigenes Beet, das er mit keinem anderen Gemüse mehr teilen muss. Bis jetzt wuchs er spärlich zwischen den Erdbeeren. Ein ständiger Kampf zwischen den Beiden. Die Einen, nämlich die Erdbeeren, fühlen sich in den Schatten gedrängt. Der Andere, also der Kren, beschwert sich über zu dichtes Wurzelwachstum der Erdbeeren. Seine schmackhafte Wurzel wird ständig am dicker werden gehindert. Damit ist jetzt ein für alle mal Schluss. Vorbei die Zeiten wo sich die ersten zarten Triebe des Meerrettichs durch den dichten Erdbeerwald an die Oberfläche quälen, um auch einen Platz an der Sonne zu bekommen.

Der Kren, oder auch Meerrettich genannt, wächst über den Sommer zu einer stattlichen, etwa halben Meter hohen, Pflanze heran. Werden die Wurzeln nicht regelmäßig beerntet, und somit gleichzeitig im Zaum gehalten, neigt der scharfe unterirdische Spross dazu sich auszubreiten, und auf Wanderschaft zu gehen. Das ist sicher mit ein Grund warum der Kren heute oftmals aus den Gärten verschwunden ist. Schön anzusehen, aber sehr freiheitsliebend und eigensinnig.

Ein Plätzchen für den Kren

Ausgewachsen, wollen sich die großen Blattwedel mit den leicht gezackten Rändern nach Belieben in alle Richtungen ausdehnen. Sich in ihrer ganzen Pracht der Gärtnerin und dem Gärtner präsentieren. Das geht natürlich nur, wenn er einen ungestörten Platz in sonniger bis halbschattiger Lage erhält. Wichtig sind aber nicht nur die oberirdischen Bedingungen.

Boden vorbereiten für den Kren

Boden vorbereiten für den Kren

Fertig zum Pflanzen

Fertig zum Pflanzen

Die Erde, in der der Kren prächtig gedeiht, soll durchlässig und locker sein. Das ist auch bei der Ernte von Vorteil, da die Wurzeln sehr weit in die Tiefe reichen können. Ich habe es noch nie geschafft, Kren ganz unbeschadet aus dem Boden zu ziehen. Immer bricht ein Stück von der Wurzel ab. Sofort steigt mir dann der typische aromatisch, scharf-würzige Duft des Meerrettichs in die Nase. Wahrscheinlich soll das so sein. Der Kren sorgt so gleich für seinen Nachwuchs. Die in der Erde verbliebenen Wurzelstücke treiben zuverlässig wieder aus.
Kren mag auch gleichmäßig feuchten Boden. Ist ausreichend Feuchtigkeit während der Wachstumszeit vorhanden, werden die Wurzen schön groß, ohne holzig zu sein.

Um für den Kren die idealen Bedingungen zu schaffen, habe ich zuerst einen passenden Platz, nämlich gleich am Anfang einer meiner Gemüsereihen, ausgesucht. Dort kann er die nächsten Jahre ungestört in bester Südwest-Lage wachsen. Auch der Fräse wird er hier nicht im Weg sein. Im Sommer, wenn es dann sehr heiß wird, bekommt er etwas Schatten von den benachbarten Herbsthimbeeren.

Kren Wurzelstück

Kren Wurzelstück

Im letzten Jahr gediehen an dieser Stelle Physalis und Butternuss Kürbis. Beides Starkzehrer. Deshalb arbeite ich eine ganze Schubkarre voll Kompost, sowie je einen Eimer Sägespäne und groben Kies, in den Boden ein. Das sollte an Dünger für die diesjährige Saison reichen.
Da Meerrettich sich sowieso nicht wirklich an Reihen hält, pflanze ich die bereits angetriebenen Wurzelstücke, locker verteilt auf die vorbereiteten 2m². Dann wird das komplette Beet gut eingegossen.

Kren braucht, wenn er sich wohl fühlt, keine besonderen Pflegemaßnahmen. Unkraut-frei halten! Das erleichtert sicherlich die Ernte, und eben Wasser, falls es doch mal längere Zeit nicht regnet.

Ich stelle mir schon die Ernte im Spätherbst vor. Mit der ersten Krenstange setze ich dann vorsorglich gleich das Bauernantibiotikum mit Kren, Honig und Ingwer an. (Blogbeitrag: Kren – scharfe Wurzel und Bauernantibiotikum) Die nächste Erkältungswelle wird mich nicht mehr so eiskalt erwischen wie in diesem Winter!

Übrigens: Um gerade Stangen zu ernten, wie man sie aus dem Supermarkt kennt, ist allerdings ziemlich hoher Aufwand von Nöten. Wer sich über diese Anbaumethode, die sich die Spreewald-Methode nennt, informieren möchte, der kann die genaue Anleitung im Buch: Handbuch Bio-Gemüse, von Andrea Heistinger (Arche Noah), erschienen im loewenzahn Verlag, finden und nachlesen.

Veröffentlicht in Gemüse Getagged mit: , , , , , ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*