Topinambur – Zeit der Ernte!

Topinambur KnolleDie Ernte beginnt bei mir nachdem der Frost die Blätter erwischt hat, sie komplett braun sind, und bevor der Boden hart gefroren ist. Also sehr spät im Herbst. Ende November bis Anfang/Mitte Dezember. Je länger die Knollen in der Erde bleiben können, umso besser ist es. Die Knollen sind absolut winterhart. Sie halten Temperaturen bis -30 Grad aus!!

Also ran an den Spaten, und los geht’s …

Topinambur Ernte

Topinambur Ernte

Zuerst schneide ich die Stauden etwa 20 Zentimeter über dem Boden ab, steche vorsichtig mit der Grabgabel, im mindestens 30 Zentimeter Abstand zur Stockmitte, in die Erde, und hebe im Prinzip die gesamte Staude mit einer Hebelbewegung heraus. Der abgeschnittene Stiel dient mir gleichzeitig als Hilfe beim Herausziehen . Die Knollen liegen meist recht eng nebeneinander. Das kommt daher, weil die Knollen noch fest mit dem Wurzelstock verbunden sind. Im Gegensatz zur reifen Kartoffel, die lose in der Erde liegt, weil die einjährige Mutterpflanze bereits abgestorben ist. Nur ein paar einzelne Ausreißer wachsen etwas weiter entfernt. Ganz praktisch lassen sich nun die Erdbirnen quasi „pflücken“. Nur das man dazu auf keinen Baum klettern muss. 😉

Ernten kann man so den ganzen Winter über, solange der Boden nicht gefroren ist. Die Gefahr, das die Wühlmäuse schneller sind als der Gärtner, ist dabei aber sehr hoch.

Deshalb hole ich immer alle Knollen auf einmal aus der Erde. Außerdem kann ich so gleich mein Saatgut für das nächste Jahr aussortieren.

Saatgut – Für die nächste Ernte sorgen!

Habe ich den gesamten Topinambur ausgegraben, geht es an die Sichtung den Saatguts.

Ernte der Topinambur Knollen

Topinambur Knollen

Für die Vermehrung nehme ich mir die schönsten, gleichmäßig runden und glattschaligen Knollen. Die Ernte zum Verspeisen, und das Saatgut kommen, jeweils getrennt und ungewaschen!, in einen blickdichten Plastiksack. Ein paar kleine Luftlöcher werden in die Tüte hineingestochen, und ab geht es in den kühlen Keller, bei etwa 8 Grad Celsius. Bei mir halten die Knollen so bis Anfang April, dann beginnen sie wieder auszutreiben, bzw. werden runzelig und trocken.

Kein Entkommen für den wanderfreudigen Topinambur

Die Stücke, die ich bei der Ernte übersehe, und im Frühling abseits ihres vorgesehenen Reviers Wurzeln schlagen, werden von mir regelmäßig mit dem Rasenmäher überfahren, bis den jungen Sprossen die Luft ausgeht. Natürlich ist diese Methode leichter, wenn auch ausreichend Platz im Garten vorhanden ist.

Man kann Topinambur jedoch auch mit einer Wurzelsperre im Zaum halten, oder ihn in einem sehr großen Topf ziehen.

Mein erster Topinambur musste auch in einen Eimer gepflanzt wachsen, aus Angst er würde ansonsten ungestüm meinen Garten überwuchern. Die Methode funktioniert. Allerdings ist der Ertrag mit „freilebendem“ Topinambur nicht zu vergleichen. Und sollte er einmal abhauen wollen, der Rasenmäher ist ganz schnell einsatzbereit! 😉

Also keine Angst vor Urwald ähnlichen Zuständen, wenn man sich Topinambur in den Garten holt. Die wohlschmeckende Bereicherung in der Winterküche ist auf jeden Fall ein Versuch wert.

Welche Erfahrungen hast du mit Topinambur gemacht? Was sind deine Tipps und Tricks die Pflanze im Zaum zu halten?

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